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Traditionelle chinesische Medizin

Als traditionelle chinesische Medizin wird die uralte Heilkunde benannt, die in China
vor mehr als 2000 Jahren entwickelt und in Folge weiter abgewandelt wurde. Zu den Verfahren der chinesischen Medizin gehören die Arzneitherapie und vor allem die Akupunktur und die besondere Form der Moxibustion = Erwärmung von Akupunkturpunkten. Zusammen mit verschiedenen Massagetechniken, z.B. Shiatsu, mit Bewegungsübungen wie Qigong und mit passender Diät werden diese Verfahren als die 5 Säulen der klassischen chinesischen Therapie bezeichnet. Die TCM ist die traditionelle chinesische Medizin mit dem weltweit größten Verbreitungsgebiet, besonders die Akupunktur wird schon fast überall erfolgreich praktiziert und von den Krankenkassen größtenteils übernommen.  

Die Erfahrungen erstrecken sich mittlerweile über 3 Jahrtausende! 

Diese Verfahren beruhen darauf, dass die Phänomene der sichtbaren und unsichtbaren Umwelt in gegenseitiger Abhängigkeit stehen.

Hierzu gehören die Yin- und Yang-Lehre und die Theorie der 5-Elemente-Wandlungsphasen. Vorbeugungs- und Heilmaßnahmen wurden entsprechend dieser komplexen Systematik weiter entwickelt. Grundsätzlich geht es darum, Überflusserscheinungen abzuleiten und Mangelerscheinungen aufzufüllen.

Ziel ist die Harmonisierung
der Strömungen und Wandlungen im Organismus.

Eine ganz eigene Richtung bildet dabei die Akupunktur.  



Jede "Organ-Leitbahn" hat bestimmte Akupunktur-
Punkte, die es gezielt zu aktivieren gilt!

Diese Therapie ist heute eine der erfolgreichsten!


Der Qi-Begriff



Dies ist einer der Schlüsselbegriffe der chinesischen Medizin!

Der menschliche Körper ist ein komplexes Gefüge dynamischer Qi-Strukturen.
Er ist Dynamik, aufgebaut auf ein natürliches Gleichgewicht. Ist dieses Gleichgewicht gestört, muss die Ursache der Störungen im Gespräch mit dem Patienten herausgefunden werden. Es ist dann z.B. von „Leber-Qi“, „Herz-Qi“, „aufsteigendem Qi“, oder „Qi-Schwäche“ die Rede. Das Qi wird immer als unsichtbare Energie definiert. Mit Qi wird die Fähigkeit bezeichnet, schädlichen Witterungseinflüssen standzuhalten und Verletzungen und Infekte selbst zu bewältigen. Das Qi ist im wachen Organismus anders anwesend als im schlafenden und kann sich beim Einschlafen sogar von der Oberfläche des Körpers ins Körperinnere zurückziehen oder ablösen. „Qi Gong“ bezeichnet das „Arbeiten am Qi“.

Häufige Verwendung findet das Konzept im Zusammenhang mit den „Meridianen“, auf denen 365 genau lokalisierte Therapiepunkte liegen! Durch das Reizen dieser speziellen Punkte mittels Nadeln (Akupunktur) oder durch Druck (Akupressur) wird dieses „Qi“-Gefühl wieder geweckt. Für den sensitiven Therapeuten ist es durch eine Zunahme des Gewebswiderstandes mit den Händen spürbar, für den sensiblen Patienten durch eine ausstrahlende Empfindung entlang des betroffenen Meridians (Kribbeln, Zittern, Hitze, Wärme etc.).





Yin und Yang 

    

Das Gleichgewicht der Qi-Dynamik besteht immer in einem Ausgleich von Gegensätzen, die nach bestimmten Mustern gebildet werden. Der Form ihrer Gegensätzlichkeit nach werden sie unter das Begriffspaar Yin und Yang gebracht. Das eine hat nicht den Sieg über das andere davonzutragen, sondern findet seine Bestimmung immer nur in der Anerkennung und Förderung des anderen! Beide hängen also eng zusammen und sind abhängig voneinander! Der Gedanke, dass allem Geschehen in der Natur eine Spannung nach Yin und Yang innewohnt, ist übrigens nicht nur in der chinesischen Medizin zu finden.

Die 5 Wandlungsphasen



Diese Qi-Dynamik ist in einen steten Kreislauf eingebunden, der nach dem Muster von fünf Jahreszeiten verläuft. Jeder Kreis (Funktionskreis oder auch Orbis = Organzuordnung) geht aus einem vorherigen hervor und in den nächsten über. Es entstehen somit immer auch Gegensätze und Paare. 

Den Jahreszeiten sind außerdem noch 5 Elemente zugeordnet: Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser. Der menschliche Organismus wird als ein Zusammenwirken von diesen 5 Organen begriffen, von denen jedes einen besonderen Bezug zu einem der 5 Elemente und einer der 5 Jahreszeiten hat. Es sind dies Leber, Herz, Milz, Lunge und Niere. Jeder dieser Begriffe deckt sich nur teilweise mit dem uns vertrauten Begriff von Organ. Im Herz ist außer dem Organ z.B. auch das Vermögen als "Herz" eingeschlossen. Physisches und Psychisches spielen immer ineinander über und gehören somit eng zusammen. Neben allen sich daraus ergebenden Unterschieden ist der Wichtigste, dass diese 5 Organe ein sich selbst erfüllendes Ganzes sind, das mit seinen Jahreszeiten und Elementen mit dem individuellen Organismus verbunden sind. Die Organe verhalten sich zum Organismus wie die 5 Jahreszeiten zum Zyklus des Entstehens und Vergehens und die 5 Elemente zum Ganzen des materiellen Seins.


Diagnoseverfahren

Nach der chinesischen Krankheitslehre kommen die inneren Störungen im Äußeren stets auf eine bestimmte Art und Weise zum Vorschein. Daher sind Puls- und Zungendiagnose wichtige Untersuchungsmethoden und werden oft in Kombination angewandt, um Störungen und Krankheiten zu diagnostizieren.



Pulsdiagnose - Diese Fach-Ausbildung dauert 10 Jahre!

3 Finger ertasten dabei lange den Puls an beiden Armen
und werten diesen nach kompliziertesten Mustern aus!


Zungen-Diagnose! Zunge raus - und das Problem ist klar!
Gute Therapeuten erkennen hier Störungen, bevor der Patient
die Diagnosen anderer Ärzte überhaupt zur Kenntnis gibt!

Nach dem Motto: Ich sehe, Sie haben sicher Gallensteine - 
und der Patient antwortet: Sind Sie ein Hellseher?


Die fünf wichtigsten Methoden

- Akupunktur und Moxibution
 
  Bestimmte Punkte, die entlang von „Meridianen“ angeordnet sind,
  werden mit Nadeln oder brennendem Beifuß (Moxa) gereizt.

  
                     
                           Moxibution
 
- Massage (z.B. Shiatsu)

 
die sich auch an den Meridianen orientiert.

  

- Arzneitherapie

  Sie besteht in der Verordnung von Rezepturen aus Rohdrogen
  und ist im Hinblick auf die therapeutische Reichweite 
  die bedeutendste der Methoden.

- Diätetik

  Den Lebensmitteln wohnt nach dem Vorbild der Arzneimittel
  ein bestimmtes Wirkprofil inne. Diesem entsprechend lassen sich
  die gängigen Lebensmittel therapiebegleitend und vorbeugend
  einsetzen.

  

- Bewegungsübungen wie Qigong

 
Damit wird in fließenden Bewegungen der Organismus
  beruhigt oder/und belebt.





Chinesische Arzneimittel



Jede Einzeldroge besitzt ein ganz spezifisches Profil. Es besteht aus dem Temperaturverhalten und einer Geschmacksqualität (sauer, bitter, süß, scharf, salzig und neutral). Beides sind nach chinesischer Pharmakologie elementare Eigenschaften der Arzneien. Sie stehen in einem direkten Zusammenhang mit bestimmten Wirktendenzen. Diese sind spezifisch organbezogen ("Orbisbezug"). Die dem Patienten verabreichte Arznei besteht in der Regel aus einer Komposition verschiedener Einzelmittel.
 
Die klassische Verabreichungsform ist die Abkochung. Die Wirkungsintensität ist sehr hoch und damit mit der von Heiltees kaum vergleichbar.

Um alle Entsprechungen und Zusammenhänge wirklich zu begreifen, bedarf es eines eingehenden Studiums bei entsprechenden Fachleuten und Experten! Hierzu reichen KEINE kurzen Wochenendseminare oder ein Selbststudium aus. Also passen Sie genau auf, wer sich als TCM-Spezialist bezeichnet und Sie behandeln möchte!

Gute Homöopathen kombinieren inzwischen erfolgreich beide Methoden! Sie erkennen, dass Probleme in bestimmten Meridianen signifikant korrelieren mit spezifischen, auch homöopathisch passenden Arzneien. Das ist die wahre Kunst einer komplexen, übergreifenden und individuellen Therapie.
Aber das können wirklich nur wenige Therapeuten!



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